Über mich

Schon immer war es mein Wunsch, „etwas mit Büchern“ zu machen.

Als Kind erhielt ich mit neun Jahren in der Dorfbücherei Augustdorf den Preis für die Leserin, die die meisten Bücher des Jahres ausgeliehen und somit auch gelesen hatte: 260 Stück.

Wo ich ging und stand, las ich – auch nachts mit Taschenlampe unter der Bettdecke! ;-)

Somit war es nur folgerichtig, dass ich im Wintersemester 1981/1982 an der Freien Universität Berlin mit einem geisteswissenschaftlichen Studium begann (ich studierte Germanistik, Linguistik, Philosophie, Theaterwissenschaften und Französisch), das ich 1988 mit einem sehr guten Examen abschloss.

Schon im Sujet meiner Examensarbeit setzte ich ein Fanal für die Schriftsteller und Künstler, die unterwegs zu neuen Ausdrucks- und Lebensweisen waren. Ich schrieb über Hans Henny Jahnns „Perrudja“ und nannte meine Arbeit „Phänomenologie des schwachen Menschen“. Schon 1988 stand bei mir der Mensch im Mittelpunkt, in seiner Menschlichkeit und seiner Dunkelheit, in seiner Heldenhaftigkeit und in seinem Licht.

Doch an der Uni wollte ich nicht bleiben. Ich war auf der Suche „nach dem ‚wahren’ Leben“, von dem ich zumindest so viel wusste – wenn auch sonst nichts anderes: In der Uni ließ sich dieses Leben bestimmt nicht finden.

Dank meiner konsequenten Entscheidung fand ich mich zwei Jahre später als Redakteurin und Lektorin von Kunstkatalogen im Künstlerhaus Bethanien Berlin wieder. Bis 1994 arbeitete ich dort mit Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt an ihren Katalogen und Dokumentationen. Im Künstlerhaus kernte ich das Büchermachen von der Pike auf, denn da wir dort auch immer sparen wollten, um mehr Geld für guten Buchdruck zu haben, hab ich zu der Zeit sogar den Satz und zum Teil auch die Bildbearbeitung der Kataloge selbst gemacht. Bis zur Drucklegung in der Druckerei begleitete und überwachte ich die Qualität der „heiligen“ Kataloge. „Heilig“ auch deswegen, weil diese Druckerzeugnisse für die Künstler ihr Leben bedeuteten, denn einen besseren Arbeitsbeleg und eine bessere Präsentation ihrer Arbeit – und somit ihres Lebens – konnte es gar nicht geben.

Natürlich habe ich in der Zeit viele Künstlerinnen und Künstler kennengelernt, für einige habe ich auch Katalogtexte geschrieben. Nach fünf Jahren allerdings, besonders auch nach unzähligen Vernissagen und Sonderterminen wollte ich gerne auch einmal mit Wissenschaftlern arbeiten, um so ein ganz neues Terrain zu erobern. Und um im Kopf wieder klar zu werden.

Bis 2001 arbeitete ich als Redakteurin und Lektorin im Deutschen Institut für Urbanistik Berlin – und gab eine von mir wesentlich mitgestaltete Buchreihe heraus (im Rahmen des Wettbewerbs „TAT-Orte. Gemeinden im ökologischen Wettbewerb“). Öffnen Sie hier meine Publikationsliste.

2000 bereits, ein Jahr nach meiner Hochzeit und der Geburt meiner ersten Tochter, gründete ich das Lektoratsbüro „FIRST-editor“. Seit der Zeit habe ich unendlich viele Texte jeglicher Art lektoriert. Für große Verlage, für kleine, für Autorinnen und Autoren aller Gattungen.

Seit neun Jahren bin ich feste freie Duden-Lektorin (Duden Schulbuchverlag).

2011 brach meine vertraute Welt auseinander: Mein Ehemann starb in meinen Armen. Meine Töchter und ich hatten ihn im Sterben begleitet – und danach war nichts mehr, wie es gewesen war.

Im ersten Trauerjahr entschied ich für mich: „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall.“ Und machte mich aktiv auf den Weg in ein neues Leben.

Ich veranstaltete eine Ausstellung „Momente des Seins“ mit 36 Bildern (aus 2 500!) meines Mannes, die er während einer Expedition ins Gilf el-Kebir 2006 geschossen hatte. „Zufälligerweise“ wurde die Ausstellung genau an seinem Geburtstag eröffnet.

Nachdem die Ausstellung abgebaut worden war, stieg in mir eine ganz neue Lebensvision auf. Ich wurde mir bewusst, dass es mein Lebenstraum war, einen eigenen Verlag zu gründen.

2012 trug ich die SONNENTOCHTERedition ins Handelsregister ein und kreierte den Leitvers:

Bücher sind SeelenNahrung.
Books are SoulFood.

Und genau ein Jahr später, im Spätsommer 2013, begann ich, mein erstes Buch zu schreiben: